Die Mindestlöhne für Deutsche, Österreicher und Schweizer in Thailand

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2015 | in Arbeiten

Du spielst mit dem Gedanken, in Thailand zu arbeiten? Nun, die gute Nachricht ist, dass die thailändische Regierung Mindestlöhne für Ausländer festgelegt hat, die in Thailand als Angestellte eines Unternehmens arbeiten – und diese sind deutlich höher als die Mindestlöhne für die Thais. Es gibt dabei vier verschiedene Arten, abhängig vom Herkunftsland des Angestellten:

  • 50.000 Baht/Monat: Westeuropäische Länder, Australien, Kanada, USA & Japan
  • 45.000 Baht/Monat: Südkorea, Singapur, Taiwan & Hong Kong
  • 35.000 Baht/Monat: Asiatische Länder, Südamerikanische Länder, Osteuropäische Länder, Zentralamerikanische Länder, Mexiko, Türkei, Russland & Südafrika
  • 25.000 Baht/Monat: Afrikanische Länder, Kambodscha, Myanmar, Laos & Vietnam

Davon müssen noch Einkommenssteuer (progressiv, bis zu 150.000 Baht/Jahr sind steuerfrei, dann progressive Besteuerung, 5% für 150.000-250.000, 10% für 250.000-350.000 usw.) sowie Social Fund (Sozialabgaben an die staatliche Krankenversicherung, 5% vom Bruttolohn, maximum 750 Baht/Monat, zahlbar je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer) abgeführt werden.

Lehrer sind von diesen Mindestlohn-Regelungen ausgenommen. Die Bildungseinrichtung (Schule, College, Universität) muss jedoch eine Lizenz vom Bildungsministerium besitzen. Das Gehalt von Englischlehrern bewegt sich meist zwischen 20.000 und 35.000 Baht im Monat (staatliche Schulen zahlen um die 20.000 Baht, private Schulen um die 30.000 Baht). College- und Universitätslehrer bzw. Dozenten werden deutlich besser bezahlt, dort erhält man mindestens 35.000 Baht, um Erstsemester im Bachelor zu unterrichten oder 60.000 Baht für das Lehren von Master Studenten.

Viele Arbeitgeber in Thailand ignorieren das Gesetz des Mindestlohns für Ausländer

Da hast du nun die Mindestlöhne auf schwarz und weiß. Die traurige Wahrheit ist allerdings, dass sich viele Arbeitgeber einfach nicht daran halten. Und dabei ist nicht nur von thailändischen Unternehmen die Rede, sondern vor allem auch von ausländische Firmen, die dir einen Job anbieten zu einem Lohn, der sich unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns für dein Herkunftsland befindet.

Ich habe selbst zwei solcher Erfahrungen gemacht. Als ich noch ganz „neu“ in Thailand war, absolvierte ich ein Praktikum bei einem amerikanischen Online Marketing Business in Bangkok. Nach ein paar Wochen unterschrieb ich einen Vertrag auf Grundlage eines Monatslohns von 25.000 Baht. Obwohl dazu noch Kommissionen kamen, war dieser Lohn nur die Hälfte von dem, was mir als Deutscher eigentlich hätte zustehen müssen (50.000 Baht). Ich wusste zu dieser Zeit noch nichts vom Mindestlohn für Ausländer – und am Ende wechselte ich auch den Arbeitgeber, weil die Geschäfte bei den Amerikanern nicht sonderlich gut verliefen.

Anschließend arbeitete ich für eine von Thailands größten Legal Firms, auch hier startete ich mit einem Praktikum. Wenn du dich nun wunderst, warum denn immer Praktikum, nun, ich war damals ein Bachelor Absolvent ohne viel Arbeitserfahrung, und so musste ich nehmen, was sich anbot. Es lief dort alles sehr vernünftig, ich machte einen guten Eindruck auf meinen Chef, erhielt nach nur vier Monaten Praktikum meine eigenen Kunden und gegen Ende des Praktikums schloss ich einen Deal (Makler), der mehrere Millionen Baht wert war. Ich stellte daraufhin die Anfrage nach einer Festanstellung, die sie mir auch gerne anboten – zu einem Grundgehalt von 20.000 Baht.

Es scheint wirklich so, als dass ausländische Angestellte entweder hervorragend bezahlt werden, wenn sie von ihren Hauptzentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hierher gesendet werden (in Verbindung mit Auslandszuschlag) oder aber, wenn sie sich, wie ich damals, direkt hier vor Ort in Thailand für eine Stelle bewerben, Angebote erhalten, die unter den gesetzlichen Mindestlöhnen liegen.

Ich kenne sogar einige Männer, die Positionen als Finanzberater oder Immobilienmakler ohne jeglichem Grundgehalt annehmen! Sie werden lediglich auf Provisionsbasis bezahlt, d.h. sie erhalten einen Anteil von erfolgreichen Verkäufen bzw. Abschlüssen. Das ist einfach nur ein weiteres Phänomen in Thailand, dass die Ausländer sich hier auf solch unfaire Arbeitsbedingungen einlassen, nur um ihren Traum vom Leben in Thailand zu verwirklichen – dabei aber das Risiko eingehen, früher oder später pleite zu gehen.

Mindestlöhne für Deutsche in Thailand

Über Redcat

Redcat

Redcat lebt seinen Traum in Thailand. Auf Thailand Redcat teilt er seine Erfahrungen und Tips zu den verschiedensten Themen wie Leben, Arbeiten, Reisen, Thai Frauen und dem Nachtleben in Thailand. Redcat spricht und schreibt fließend thailändisch und ist der Autor der Bücher Thai Anfänger Kurs und Thai Liebes Guide.

4 Kommentare

  • Ich arbeite seit 8 Monaten in Thailand und bekommen nicht entfernt den Lohn, den wie du schreibst, der für Europäer festgelegt ist. Mein Unternehmen ist ein großes Unternehmen und ich glaube nicht, dass sie nicht legal handeln. Davon ab…reicht des Geld auch absolut. 🙂


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