Die Mindestlöhne für Thais

Zuletzt aktualisiert: 4. Oktober 2015 | in Arbeiten

Was einst ein populistisches Wahlversprechen der regierenden Pheu Thai Party im Jahr 2011 war und dann zunächst als Pilotprojekt in sieben Provinzen getestet wurde, etablierte sich am 1. Januar 2013 schließlich als Arbeitsgesetz für ganz Thailand:

Der Mindestlohn für Thais ist 300 Baht pro Tag. Arbeitgeber, die erwischt werden weniger zu bezahlen, müssen mit einer Geldstrafe von 100.000 Baht und / oder einer Gefängnisstrafe von bis zu 6 Monaten rechnen.

Die Einführung des Mindestlohns von 300 Baht pro Tag in Thailand folgte auf eine Festsetzung des Mindeslohns pro Monat von 9,000 Baht in Bangkok im Herbst 2012.

Es sind dabei keine Berufsgruppen von dieser Mindestvergütung ausgeschlossen und das heißt auch die Serviceangestellten im Fortune Town in Bangkok die die Aufzüge bedienen, haben ein Recht auf diese 9,000 Baht Lohn im Monat.

Wie bei so vielen Dingen in Thailand ist es wohl nicht wirklich überraschend, dass Gesetze verschiedenster Art einfach nicht eingehalten werden und auch von den Ordnungshütern nicht richtig überprüft werden (Stichwort Korruption). Eines der besten Beispiele von Arbeitgebern, die dieses Arbeitsgesetz klar brechen sind 7-Eleven Shops und Mini Marts vor allem auf dem Land, wo viele Angestellte nach wie vor nur 6,000 Baht im Monat verdienen.

Obwohl Korruption oft die Ursache für die Nicht-Einhaltung des Mindestlohns ist (ähnlich wie beim Mindestlohn für Deutsche), so sieht die Sache ein bisschen anders bei den Vergütungen von Thai Akademikern aus. Das Standard-Gehalt abhängig vom Abschluss beträgt:

  • 15.000 Baht pro Monat für Bachelor-Absolventen
  • 25.000 Baht pro Monat für Master-Absolventen

Du denkst nun vielleicht, dass ist ja ein Bruchteil von dem was man als Uni-Absolvent in Deutschland verdient. Das stimmt, man sollte aber immer daran denken, wie günstig das Leben hier in Thailand sein kann – wie ich von meiner ersten Studenten-Freundin erfahren habe, lebte sie von 5.000 Baht im Monat und das reicht vielen jungen Frauen auch – wenn sie mehr Vergnügen wollen bezahlt ja meistens der Freund die Rechnungen.

Ich habe hier in Bangkok für zwei (amerikanische) Unternehmen gearbeitet und obwohl beide Betriebe recht gut liefen, dachten meine Chefs nicht im Traum daran (denke ich zumindest) den „normalen“ Angestellten auch nur einen Baht mehr zu bezahlen als sie gesetzlich verpflichtet sind. Sogar die 40-jährige Thai-Chinesin, die im Betrieb mehr als 10 Jahre gearbeitet hat erhielt nicht mehr (Grund-) Gehalt als 9.000 Baht.

Bei den Akademikern sah es ein bisschen anders aus und ich weiß, dass diese um die 20.000 Baht erhielten. Jedoch machte es keinen Unterschied, ob sie einen Bachelor oder Master Abschluss hatten – das heißt auch von denen waren einige unterbezahlt.

Gibt es einen Mindestlohn für Barmädchen?

Natürlich nicht. Prostitution ist illegal in Thailand und deshalb erhalten die Barmädchen auch einen Monatslohn von gerade mal 4.000 – 6.000 Baht (bei nur 2-3 Urlaubstagen im Monat). Genau, das sind in etwa dieselben Arbeitsverhältnisse wie für die 7-Eleven Angestellten. Aber die Bar Girls verdienen letztendlich natürlich doch um einiges mehr, einerseits durch Anteile an Lady Drinks sowie durch den Liebeslohn von ihren Kunden (letzteren behalten sie natürlich zu 100% selbst). Sie erhalten meistens keinen Anteil an der Bar Fine.

Ich habe ein paar thailändische Freunde, die Jobs wie Büromanager oder Programmierer haben und zwischen 80.000 bis 100.000 Baht im Monat verdienen. Oder Immobilienmakler mit einem Grundgehalt von 10.000 – 15.000 Baht und die dann mit den Kommissionen locker über 100.000 Baht im Monat kommen. Generell ist es so, dass die besser verdienenden Thais entweder im Ausland studiert haben, ein gefragtes Know-How besitzen (wie die Programmierer), langjährige Arbeitserfahrung in einer bestimmten Branche haben (keine Somtam Verkäufer) oder einfach eine gute Beziehung zum Chef haben.

Die Mindestlöhne für Thais

Über Redcat

Redcat

Redcat lebt seinen Traum in Thailand. Auf Thailand Redcat teilt er seine Erfahrungen und Tipps zu den verschiedensten Themen wie Leben, Arbeiten, Reisen, Thai Frauen und dem Nachtleben in Thailand. Redcat spricht und schreibt fließend thailändisch und ist der Autor der Bücher Thai Anfänger Kurs und Thai Liebes Guide.

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