Die Mindestlöhne für Deutsche, Österreicher und Schweizer in Thailand

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2020 | in Arbeiten

Thailand Mindestlöhne für Deutsche

Du spielst mit dem Gedanken, in Thailand zu arbeiten? Nun, die gute Nachricht ist, dass die thailändische Regierung Mindestlöhne für Ausländer festgelegt hat, die in Thailand als Angestellte eines Unternehmens arbeiten – und diese sind deutlich höher als die Mindestlöhne für die Thais. Es gibt dabei vier verschiedene Arten, abhängig vom Herkunftsland des Angestellten:

  • 50.000 Baht/Monat: Westeuropäische Länder (u.a. Deutschland), Australien, Kanada, USA & Japan
  • 45.000 Baht/Monat: Südkorea, Singapur, Taiwan & Hong Kong
  • 35.000 Baht/Monat: Asiatische Länder, Südamerikanische Länder, Osteuropäische Länder, Zentralamerikanische Länder, Mexiko, Türkei, Russland & Südafrika
  • 25.000 Baht/Monat: Afrikanische Länder, Kambodscha, Myanmar, Laos & Vietnam

Davon müssen noch Einkommenssteuer (progressiv, bis zu 150.000 Baht/Jahr sind steuerfrei, dann progressive Besteuerung, also 5% für 150.001-300.000, 10% für 300.001-500.000 usw.) sowie Social Fund (Sozialabgaben an die staatliche Krankenversicherung, 5% vom Bruttolohn, maximum 750 Baht/Monat, zahlbar je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer) abgeführt werden.

Lehrer sind von diesen Mindestlohn-Regelungen ausgenommen. Die Bildungseinrichtung (Schule, College, Universität) muss jedoch eine Lizenz vom Bildungsministerium besitzen. Das Gehalt von Englischlehrern bewegt sich meist zwischen 20.000 und 35.000 Baht im Monat (staatliche Schulen zahlen um die 20.000 Baht, private Schulen um die 30.000 Baht). College- und Universitätslehrer bzw. Dozenten werden deutlich besser bezahlt, dort erhält man mindestens 35.000 Baht, um Erstsemester im Bachelor zu unterrichten oder 60.000 Baht für das Lehren von Master-Studenten.

Viele Arbeitgeber in Thailand ignorieren das Gesetz des Mindestlohns für Ausländer

Da hast du nun die Mindestlöhne auf schwarz und weiß. Die traurige Wahrheit ist allerdings, dass sich viele Arbeitgeber einfach nicht daran halten. Und dabei ist nicht nur von thailändischen Unternehmen die Rede, sondern vor allem auch von ausländischen Firmen, die dir einen Job anbieten zu einem Lohn, der sich unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns für dein Herkunftsland befindet.

Ich habe selbst zwei solcher Erfahrungen gemacht. Als ich noch ganz “neu” in Thailand war, absolvierte ich ein Praktikum bei einem amerikanischen Online Marketing Business in Bangkok. Nach ein paar Wochen unterschrieb ich einen Vertrag auf Grundlage eines Monatslohns von 25.000 Baht. Obwohl dazu noch Kommissionen kommen sollten, war dieser Lohn nur die Hälfte von dem, was mir als Deutscher eigentlich hätte zustehen müssen (50.000 Baht). Ich wusste zu dieser Zeit noch nichts vom Mindestlohn für Ausländer – und am Ende wechselte ich sowieso auch den Arbeitgeber, weil die Geschäfte bei den Amerikanern nicht so gut verliefen.

Anschließend arbeitete ich für eine von Thailands größten Legal Firms, auch hier startete ich mit einem Praktikum. Wenn du dich nun wunderst, warum denn immer Praktikum, nun, ich war damals erst kurz vor meinem Bachelor-Abschluss ohne viel Arbeitserfahrung, und so musste ich nehmen, was sich anbot. Es lief dort alles sehr vernünftig, ich machte einen guten Eindruck auf meinen Chef, erhielt nach nur vier Monaten Praktikum meine eigenen Kunden und gegen Ende des Praktikums schloss ich einen Deal, der mehrere Millionen Baht wert war. Ich stellte daraufhin die Anfrage nach einer Festanstellung, die sie mir auch gerne anboten – zu einem Grundgehalt von 20.000 Baht.

Es scheint wirklich so, dass ausländische Angestellte entweder hervorragend bezahlt werden, wenn sie von ihren Hauptzentralen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz hierher gesendet werden (in Verbindung mit Auslandszuschlag) oder aber, wenn sie sich, wie ich damals, direkt hier vor Ort in Thailand für eine Stelle bewerben, und dann Angebote erhalten, die unter den gesetzlichen Mindestlöhnen liegen.

Ich kenne sogar einige Männer, die Positionen als Finanzberater oder Immobilienmakler ohne jegliches Grundgehalt annehmen! Sie werden lediglich auf Provisionsbasis bezahlt, d.h. sie erhalten einen Anteil von erfolgreichen Verkäufen bzw. Abschlüssen. Das ist einfach nur ein weiteres Phänomen in Thailand, dass viele Ausländer sich hier auf solch unfaire Arbeitsbedingungen einlassen, nur um ihren Traum vom Leben in Thailand zu verwirklichen – dabei aber das Risiko eingehen, früher oder später pleite zu gehen.

6 Kommentare

  • tom says:

    würde mich auch sehr interessieren wo man als deutscher mit englisch-grundkenntnisse einen gut bezahlten job findet.
    kann mir jemand weiterhelfen.
    herzlichen dank

  • doc.fit says:

    Wenn Firmen über Das Board of Investement tätig sind, dann sind sie vom Mindestlohn ausgenommen. Das muss also nicht immer illegal sein. CLBS ist so ein Unternehmen

  • SchuSchu says:

    Hallo
    ich habe Dein Kommentar vom 26. Dezember 2015 auf RedCat gelesen. Ich möchte Dich fragen, arbeitest Du immer noch in Thailand?
    Als was arbeitest Du in Thailand? Ich bin auch am schauen für einen Job in Thailand.
    Würde mich freuen, etwas von Dir zu lesen 🙂
    Grüsse aus der Schweiz

  • Alexander Pietsch says:

    von wieviel sprichst du genau?

  • Matze says:

    Hallo Leute
    Ich suche in Thailand Arbeit.
    Wer kann mir helfen und sagen welche Firma einen deutschen einstelt.

    Danke im voraus

    Matze