So findest du eine Wohnung in Bangkok

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2018 | in Bangkok | Leben

Es ist wohl kein großes Geheimnis, dass sich Thailands Hauptstadt nicht nur anbietet um dort eine Rundreise oder Inseltour zu starten und zu beenden, sondern auch ein fantastischer Ort ist um dort für längere Zeit zu leben.

Bangkok zieht immer mehr Deutsche aus den unterschiedlichsten Gründen an. Sei es ein Semester im Ausland, eine Beschäftigung in einem der großen Unternehmen oder als Lehrer, um dort seinen Ruhestand zu genießen oder auch um sich einfach mal eine längere Auszeit zu gönnen.

Der erste und wichtigste Schritt wenn du nach Bangkok ziehst besteht natürlich darin, eine Wohnung zu finden.

Keine Angst, die Wohnungssuche in der thailändischen Hauptstadt ist nicht annähernd so schwierig wie in den meisten Großstädten in Deutschland. Ich wohne mittlerweile in meinem dritten Apartment in vier Jahren und somit glaube ich, dass ich dir zum Thema Wohnungssuche ein paar Tipps geben kann. Denn auch ich stand vor derselben Herausforderung als ich hier ankam und habe es im Prinzip alles nach dem Motto “Auf eigene Faust” und “Trial and Error” gemacht.

Schritt 1: Die Wahl des Stadtviertels

Weil Bangkok eine so große Stadt ist, solltest du dir zuerst klar darüber sein in welcher Gegend du wohnen möchtest. Die modernsten und “angesagtesten” (aber auch teuersten) Viertel sind Sukhumvit (dazu zählen Asoke, Nana & Phrom Phong), Thong LorEkkamai, Siam und Silom, die sich alle direkt nebeneinander im Stadtzentrum befinden. Je weiter man sich von diesen Gegenden entfernt, desto günstiger werden die Wohnungspreise.

Wenn es dir nichts ausmacht mit der Metro 7-10 Stationen ins Zentrum zu fahren (und dabei teilweise einmal umsteigen), dann findest du vor allem auch in SutthisanRamkhamhaeng und Udom Suk Wohnungen zu einem Bruchteil des Preises. Zum Beispiel ca. 5.000 Baht pro Monat für ein einfaches Studio (25-30qm) in Udom Suk im Vergleich zu 20.000 Baht in Nana.

Ich habe selbst 2 Jahre lang in Huai Kwang gewohnt (4 MRT Stationen von Sukhumvit in der City) und wohne nun seit über 2 Jahren in Ratchada (2 MRT Stationen von Sukhumvit). Für eine vergleichbare Wohnung würde man in Sukhumvit mindestens das Doppelte bezahlen. Klar wäre es manchmal etwas angenehmer, wenn man direkt im Stadtzentrum wohnen würde, aber mit der Metro ist man ja auch (relativ) schnell an den meisten Orten in der Stadt. Und kleinere oder größere Shopping Malls, Restaurants, Bars und Parks gibt es eigentlich überall in Bangkok. Der größte Unterschied zum Stadtzentrum ist einfach, dass sich dort die meisten Ausländer-orientierten Lokalitäten befinden, so zum Beispiel auch die drei großen deutschen Restaurants (in Phrom Phong & Nana).

So auch in den Stadtvierteln Phra KhanongOn NutSathorn (Lumphini) und Ratchathewi, die alle entlang der Metro Stationen liegen und einen guten Mix aus relativ günstigen Wohnungen und vernünftiger Distanz zum Zentrum bieten (z.B. 4-6 BTS-Stationen nach Asoke).

Ein extrem wichtiges Kriterium bei der Wahl der Lage deiner Wohnung ist die Distanz zu den Metro Stationen: BTS Skytrain, MRT und Airport Link. Achte darauf, dass dein Apartment nicht zu weit von irgendeiner dieser Stationen entfernt ist – es macht das Leben hier um so viel einfacher, angenehmer und flexibler. Du möchtest ja schließlich viel herumkommen in der Stadt, oder?

Im Idealfall befindet sich die nächste Station nicht länger als 5-10 Minuten zu Fuß entfernt, allerdings sind dann die Mietpreise auch etwas teurer (immer im Verhältnis zum jeweiligen Viertel). Falls sich die Wohnung weiter entfernt befindet, dann gibt es auch immer einen Motorbike Taxi Service von und zu deinem Apartment.

Bei meinem ersten Apartment in Huai Kwang waren die Servicezeiten beispielsweise von 6 bis 22 Uhr (ist auch in anderen Gegenden typisch). Ich hatte dort die Wahl entweder 15 Minuten zu Fuß zur MRT Huai Kwang Station zu gehen oder ein Motorbike Taxi für 15 Baht zu nehmen. Das ist auch ungefähr der Preis überall in Bangkok – ca. 1 Baht für 1 Minute zu Fuß. Und keine Angst, bei den Motorrad Taxis gibt es fast nie Abzocken wie dass sie von dir als Farang mehr verlangen – vor allem dann nicht, wenn du den Standard Trip vom Apartment zur Metro Station machst.

Google hat mittlerweile das Streckennetz aller verschiedener Metro Linien auf seiner Karte integriert, das ist sehr anschaulich und so kannst du sofort sehen, welche Gegenden eine gute Anbindung zu den verschiedenen Haltestellen haben:

Schritt 2: Die Wohnungen in einer Gegend vergleichen

Sobald du dich entschieden hast, in welcher Gegend du wohnen möchtest (oder 2-3 Favoriten hast), dann ist es nun an der Zeit, möglichst viele Wohnungen zu vergleichen. Und zwar in Hinblick auf Preis, Komfort und Lage.

Wenn du dich momentan in Deutschland aufhältst (oder einfach außerhalb Thailands) dann liegt wohl die Suche und Buchung einer Wohnung über das Internet nahe. Ich werde gleich erklären, warum ich Letzteres für keine sehr gute Idee halte, aber lass uns erstmal kurz darauf etwas näher eingehen.

Natürlich kannst du im Internet recherchieren. Allerdings ist Bangkok eine extrem große Stadt und somit weißt du womöglich erstens noch nicht, in welcher Gegend es dir gut gefallen wird und zweitens wie weit die öffentlichen Transportmittel, vor allem die BTS Skytrain und MRT, von der jeweiligen Wohnung wirklich entfernt sind. Google Maps ist dabei auch nur bedingt behilflich, denn oft sind die Apartments in kleinen Sois versteckt, wo du dann auch nicht schnell gehen kannst, weil du auf die vielen Motorbikes und Autos aufpassen musst. So etwas siehst du auf der Karte nicht.

Genauso wenig weißt du nach einer Internetrecherche, ob dir eine bestimmte Gegend wirklich gefallen wird in Hinblick auf mögliche Lärmbelästigung, Sauberkeit, Luftqualität, Ausblick von der Wohnung, Restaurants (klar es gibt überall Garküchen und diverse Restaurants, aber das heißt noch nicht, dass es dir dort auch gut schmeckt), Parks, Cafés, Bars und so weiter.

Ich denke es ist in Ordnung ein wenig im Internet zu recherchieren, damit du einen ersten Eindruck von den Arten der Wohnungen (Studio, 1-Bedroom, 2-Bedroom usw.) sowie für die Preise bekommst (s. unten). Einige der beliebtesten Seiten sind:

Aber noch einmal: Ich würde diese Seiten nur zur Recherche benutzen. Die Bilder sehen auf diesen Webseiten oft viel besser aus als in der Wirklichkeit und wie gesagt solltest du auch ein Gefühl für die Gegend bekommen, bevor du eine Entscheidung triffst.

Für die ersten Tage in Bangkok empfehle ich dir ganz einfach in ein Hotel zu gehen und dann tagsüber verschiedene Apartments in deiner Wunschgegend zu besichtigen.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo in den meisten Großstädten ein Mangel an verfügbaren Wohnungen besteht, sieht das hier in Bangkok ganz anders aus: du wirst feststellen, dass fast alle Apartments freie Wohnungen zur Verfügung haben (das liegt wohl auch am Immobilien-Boom, der noch viele Jahre anhalten wird). Aus meiner Erfahrung (und ich habe bestimmt schon 50-60 Apartments abgeklappert) haben mehr als 95% von ihnen etwas frei.

Das heißt, dass du in die Rezeptionen gehst und fragst:

  • Do you have a room available? oder auf Thai:
  • mii hɔ̂ɔng pák wâang mǎi kráp? (มีห้องพักว่างไหมครับ)

Man wird dir dann nicht nur die verschiedenen Zimmertypen und Mietpreise mitteilen, sondern dich auch nach oben führen, damit du dir eine oder mehrere Wohnungen ansehen kannst. Das ist extrem wichtig (im Zweifel darum bitten).

Bei der Wohnungsbesichtigung solltest du unter anderem auf folgende Dinge achten:

  • Ist die Klimaanlage in Ordnung? (Sauberkeit, Lautstärke, Lage – bläst sie direkt aufs Bett?)
  • Qualität der Mattratze (in vielen “typischen” Thai Apartments gleicht die Matratze oft einem harten Beton und du musst zusätzlich einen Softener kaufen, ca. 2.000-6.000 Baht)
  • Gibt es Waschmaschinen und Bügelservice in unmittelbarer Nähe? (Bei vielen Apartments im Haus)
  • Befindet sich der Balkon auf der Südseite? (So hast du zwar möglicherweise schöne Sonnenuntergänge, aber die Wohnungen auf dieser Seite erwärmen sich auch deutlich mehr als auf der anderen – höherer Stromverbrauch der Klimaanlage)
  • Ist W-LAN Internet im Mietpreis inklusive? (meistens schon, Geschwindigkeit überprüfen – falls zu langsam siehe nächster Punkt)
  • Erlauben sie einen eigenen Telefonanschluss (z.B. mit True oder TOT) für schnelles Internet (viele Apartments erlauben es nicht, weil ein Kabel verlegt werden muss, falls ja wird meist eine Gebühr von 1.000-2.000 Baht fällig)
  • Gibt es CCTV Kameras auf dem Flur? Falls nicht, gibt es eine Vorrichtung an der Tür, an der man ein großes Schloss anbringen kann?
  • Gibt es einen Swimmingpool/Fitnessraum? Ab einer Monatsmiete von ca. 12.000 Baht sollte das drin sein.
  • Gibt es laute Nachbarn in den Nebenwohnungen? (Du könntest fragen, ob es Kinder gibt, oder ob ihnen sonst etwas bekannt ist, die Wände in den Wohnungen sind oft relativ dünn und man hört dann schon mal mit wenn sie die Thai Seifenoper laut aufdrehen)
  • Befindet sich in unmittelbarer Nähe eine Baustelle? (glaube nicht, dass sie Sonntags aufhören zu hämmern und zu bohren)

Als ich vor gut 4 Jahren in Bangkok ankam und wusste, dass ich im Fortune Town direkt an der Phra Ram 9 Station arbeiten würde, wollte ich natürlich ein Zimmer irgendwo in der Nähe der MRT Linie und wie ich mich mit ein paar einheimischen Thais unterhielt erfuhr ich, dass die Huai Kwang Gegend einen guten Deal bietet sowohl für seine Nähe zum Stadtzentrum (4 Stationen nach Sukhumvit und 2 Stationen nach Phra Ram 9) als auch für seine sehr moderaten Zimmerpreise. Auch Ratchada bietet ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis (dort wohne ich jetzt), befindet sich nochmal 2 Stationen näher an Sukhumvit und ist nur geringfügig teurer.

Wie viel kosten die Wohnungen in Bangkok?

  • 3.500-10.000 Baht Kaltmiete für ein Studio (ca. 30qm) in einer Gegend außerhalb des Stadtzentrums
  • 9.000-16.000 Baht Kaltmiete für ein 1-Bedroom Apartment (ca. 60qm) in einer Gegend außerhalb des Stadtzentrums
  • 15.000-25.000 Baht Kaltmiete für ein Studio (ca. 30qm) in einer Gegend im Stadtzentrum
  • 25.000-80.000+ Baht Kaltmiete für ein 1-Bedroom Apartment (ca. 60qm) in einer Gegend im Stadtzentrum
  • Nebenkosten: Strom 4-5 Baht pro Einheit (KW), Wasser 200 Baht minimum (wird meist nicht überschritten)
    Insgesamt 500-4.000 Baht pro Monat (sehr abhängig vom Gebrauch der Klimaanlage)

Ich habe für meine erste Wohnung in der Soi Intamara 55 in Huai Kwang (Bild unten) 4.700 Baht Miete pro Monat bezahlt, inkl. W-LAN und mit all den Nebenkosten (die Klimaanlage verbraucht immer mit Abstand am meisten) kam ich auf ca. 6.000-6.500 Baht pro Monat. Das war ca. die Hälfte von dem, was ich für mein Studentenzimmer in Berlin bezahlte habe – für die doppelte Größe und mit eigenem Badezimmer und Balkon.

Wohnung in Huai Kwang

Ja, du siehst richtig. Die meisten Wohnungen in der Preisklasse bis 10.000 Baht pro Monat sind lediglich mit einem Bett, einer Matratze, einem Kleiderschrank, einem Spiegel, einem kleinen Tisch und einem kleinen Stuhl ausgestattet.

Meine zweite Wohnung in Bangkok war zwei Metro Stationen näher an Sukhumvit und zwar in der Ratchada Soi 3. Dort bezahlten wir für ein geringfügig größeres, aber älteres Studio (= Zimmer, Badezimmer und Balkon) von ca. 35qm 5.500 Baht kalt und 6.500-7.000 Baht warm.

Und meine dritte Wohnung (in der wir momentan leben) ist ebenfalls in der Ratchada Soi 3, bietet als 1-Bedroom Apartment deutlich mehr Komfort und Fläche (60qm), ist ein Neubau und hat sogar noch einen Swimmingpool und Fitnessraum im 2. Stock. Dafür zahlen wir 17.000 Baht pro Monat Kaltmiete, inklusive Nebenkosten kommen wir auf ca. 19.000 Baht pro Monat.

Schritt 3: Details klären und Mietvertrag unterschreiben

Wenn du dir ein paar Wohnungen vor Ort angeschaut hast und glaubst, das Richtige für dein Budget und deine Vorstellungen gefunden zu haben, ist es nun an der Zeit die letzten Details zu klären: Wie lange ist die Mindestmietdauer? Meistens 6 Monate, in den teureren Apartments im Stadtzentrum oft sogar 1 Jahr. Oft können auch kürzere Zeiträume vereinbart werden, z.B. 1 Monat oder 3 Monate, allerdings ist die Miete dann etwas höher als wenn du für ein halbes oder ganzes Jahr unterschreibst.

Welche Unterlagen sind erforderlich, um in Bangkok eine Wohnung zu mieten? Im Prinzip nur eine, die anderen beiden sind Geld:

  • Kopie deines Reisepasses
  • Kaution (meist 2 Monatsmieten)
  • Eine Monatsmiete im Voraus

Wie du siehst ist es nicht erforderlich, ein Geschäftsvisum oder Work Permit vorzuzeigen, um eine Wohnung in Bangkok zu mieten. Ein Touristenvisum ist völlig ausreichend. Sie wollen oft nicht mal das Visum sehen, sondern machen lediglich eine Kopie von der ersten Seite des Reisepasses.

Auch ein thailändisches Bankkonto ist nicht erforderlich. Man bezahlt die Mieten immer bar. Es läuft dann so ab, dass du zwischen dem 27. und 30./31. eines Monats die Abrechnung für den jeweiligen Monat bekommst und musst dann bis zum 5. des Folgemonats bezahlen. Sonst werden 500 Baht Gebühren fällig. Auch die Anzahlung wird bar bezahlt, falls du das Apartment reservieren willst (ca. 5.000 Baht).

Außerdem bekommst du eine Keycard für die Haustüre, einen Zimmerschlüssel (bzw. 2 Schlüssel wenn du eine 1-Bedroom Wohnung hast), Login Daten für das W-LAN (falls es angeboten wird) sowie einen Mietvertrag (oft auf Thai, kann aber auch auf Englisch angefordert werden) von ca. 5 Seiten.

Außerdem musst du ein Blatt unterschreiben, auf dem alle Gegenstände gelistet sind, die sich bei Mietbeginn in deiner Wohnung befinden (und ggfls. Vermerke über den Zustand). Beim Einzug kontrollieren, damit es später keine Missverständnisse gibt.

Aus einer Wohnung in Bangkok ausziehen

Die Kündigungsfrist für Mietwohnungen in Bangkok ist fast immer 1 Monat. Das heißt wenn du am 1. Juni ausziehen möchtest, musst du deinem Vermieter bis spätestens 30. April Bescheid sagen. Voraussetzung ist natürlich, dass du die Mindestmietdauer erfüllt hast, sonst hat er das Recht dir die Rückzahlung der Kaution zu verweigern.

Um bei dem obigen Beispiel zu bleiben: Am 1. Juni würdest du ihm die Zimmerschlüssel zurückgeben, worauf er (bzw. der Hausmeister) in die Wohnung geht und prüft ob alles in Ordnung ist sowie ob sich alle Gegenstände von der Liste (s. oben) noch im Zimmer befinden.

Du musst dir keine großen Gedanken machen wegen der Kaution. Ich bin bereits zwei Mal aus einem Apartment in Bangkok ausgezogen und es gab nie Probleme. Lediglich beim letzten Mal haben sie mir 200 Baht abgezogen, weil die Wand von Aufhängern beschädigt wurde, die ich selber angebracht hatte (die gibt es in den Supermärkten zu kaufen und lassen sich normalerweise reibungslos wieder entfernen – naja, normalerweise).

Anschließend rechnet dein Vermieter aus, wie viel du von der Kaution zurückbekommst. Die Miete hast du ja schon im Voraus bezahlt, bleiben also nur noch die Strom- und Wasserkosten für den vergangenen Monat. Angenommen die Kaution war 20.000 Baht und die Nebenkosten belaufen sich auf 3.000 Baht, dann bekommst du 17.000 Baht zurück und verabschiedest dich mit einem freundlichen Sawatdee krap!